Der stechende Schmerz unter den Rippen trifft fast jeden Läufer. Was sofort hilft, warum er überhaupt entsteht – und wie du ihm vorbeugst, ohne auf Wunderheilung reinzufallen.
Daniel Gruber · 14. Juli 2026 · 3 Min. Lesezeit
Den stechenden Schmerz unter den Rippen kennt fast jeder Läufer – rund 70 Prozent bekommen im Lauf eines Jahres mindestens einmal Seitenstechen (Morton & Callister 2015). Die gute Nachricht: Es ist harmlos und meist nach wenigen Minuten wieder weg. Hier steht, was sofort hilft und wie du vorbeugst – ehrlich, ohne Versprechen einer Wunderheilung.
Wenn es dich mitten im Lauf erwischt, hilft am zuverlässigsten eines: Tempo rausnehmen oder ein Stück gehen (RunnersWorld). Zusätzlich kannst du mit der Hand auf die schmerzende Stelle drücken und dabei bewusst tief ausatmen (AOK). Dehne den betroffenen Oberkörper, indem du den Arm nach oben streckst und dich leicht zur Seite lehnst, oder beuge dich kurz nach vorn (RunnersWorld). Und stell die Atmung um: tief in den Bauch statt flach in die Brust, mit einer langen, bewussten Ausatmung. Manche Läufer atmen gezielt aus, wenn der Fuß der Gegenseite aufsetzt – das hilft nicht bei jedem, ist aber einen Versuch wert (Morton & Callister 2015). Meist ist der Spuk nach ein paar Minuten vorbei (AOK).
Hier wird es unbequem: Die genaue Ursache von Seitenstechen ist wissenschaftlich nicht geklärt (Wikipedia). In der Fachliteratur heißt es sogar, die Behandlung sei „größtenteils anekdotisch" – diskutiert werden mehrere Theorien vom Zwerchfell über eine Reizung des Bauchfells bis zur Körperhaltung, ohne dass eine bewiesen wäre (Morton & Callister 2015). Sicher ist nur: Eine krumme Haltung kann es verstärken (AOK), und je trainierter du bist, desto seltener tritt es auf (DAK). Wer dir ein einzelnes Wundermittel verkauft, überverkauft.
Auch wenn es kein Patentrezept gibt, senken ein paar Dinge die Wahrscheinlichkeit deutlich: Starte locker und langsam und wärme dich vorher auf, gerade die Rumpfmuskulatur (DAK). Iss keine große, schwer verdauliche Mahlzeit kurz vor dem Lauf – bei vollem Magen konkurrieren Muskeln und Verdauung um die Durchblutung (AOK); ein kleiner, leichter Snack wie eine Banane ist okay. Trainiere regelmäßig deinen Rumpf und lauf möglichst aufrecht (RunnersWorld). Und atme ruhig, gleichmäßig und tief.
Ein Auslöser taucht bei Einsteigern immer wieder auf: zu schnell losgelaufen, ohne sich aufzuwärmen. Wer sein Tempo an die eigene Fitness anpasst und nicht überzieht, bekommt seltener Seitenstechen (AOK). Genau hier hilft die Gruppe: Ein lockeres Gruppentempo hält den Start ehrlich, weil du gar nicht erst zu schnell losrennst. Wichtig – und ehrlich – bleibt: Das Reden selbst ist kein Gegenmittel; bei starker Belastung wird vom Sprechen sogar abgeraten. Die Gruppe reguliert also das Tempo, nicht das Stechen. Wo du eine Laufgruppe in deiner Nähe findest, siehst du in der Übersicht.
Ein normales Seitenstechen ist harmlos. Zum Arzt solltest du, wenn der Schmerz sehr stark ist, ungewöhnlich lange anhält – etwa länger als 30 Minuten nach dem Laufen – oder mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen oder einer Schwellung im Bauch einhergeht (RunnersWorld, AOK).