Am 27. September 2026 verwandelt der BMW Berlin-Marathon die Mitte der Stadt wieder in eine 42,195 Kilometer lange Rennstrecke – hier findest du Termin, Streckenverlauf, Startplatz-Optionen und warum die Wochen davor oft die einsamsten sind.
Daniel Gruber · 6. August 2026 · 5 Min. Lesezeit
Am 27. September 2026 verwandelt der BMW Berlin-Marathon die Mitte der Stadt wieder in eine 42,195 Kilometer lange Rennstrecke. Rund um das Brandenburger Tor startet einer der sechs Abbott World Marathon Majors – und für viele, die anreisen, ist es das größte Event, bei dem sie je an den Start gehen. Wer sich jetzt vorbereitet, sollte nicht nur Strecke und Startplatz im Blick haben, sondern auch die Wochen davor gut planen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Termin | Sonntag, 27. September 2026 (Marathon-Wochenende ab Donnerstag, 24. September) |
| Start | 9:15 Uhr, Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor |
| Distanz | 42,195 km – Standarddistanz, flacher Rundkurs durch 10 Berliner Bezirke |
| Teilnehmende | Rund 60.000 Sportlerinnen und Sportler aus etwa 160 Nationen übers gesamte Marathon-Wochenende (Marathon, Inlinemarathon, Handbike, Minimarathon) |
| Startgebühr | 205 Euro für den Marathon |
| Anmeldung 2026 | Losverfahren lief vom 25. September bis 6. November 2025, Ergebnisse kamen am 27. November 2025 |
(Quelle: BMW Berlin-Marathon offizielle Website)
Der Kurs gilt seit Jahren als einer der schnellsten der Welt – flach, mit wenigen engen Kurven, und mit einem Streckenverlauf, der zehn Berliner Bezirke miteinander verbindet (BMW Berlin-Marathon offizielle Website). Start und Ziel liegen nur wenige hundert Meter auseinander auf der Straße des 17. Juni, dazwischen führt die Route am Reichstag vorbei, durch den Tiergarten, über einen Abschnitt des Kurfürstendamms, vorbei am Potsdamer Platz und über die Straße Unter den Linden zurück durch das Brandenburger Tor ins Ziel. Genau dieser flache, gerade Streckenverlauf ist auch der Grund, warum in Berlin über die Jahre immer wieder Weltrekorde gelaufen wurden.
1974 gingen beim ersten Berlin-Marathon 286 Läuferinnen und Läufer an den Start (Wikipedia). Seitdem ist das Event stetig gewachsen: 1998 war es mit 27.621 Finishern aus 71 Ländern zeitweise der größte Marathon der Welt, 2022 kamen rund 45.000 ins Ziel (BMW Group Pressemitteilung), und 2024 – zur 50. Auflage – stellten 54.280 Finisher einen neuen Weltrekord für die meisten Zieleinläufe bei einem Marathon auf, der kurz darauf vom New-York-City-Marathon wieder übertroffen wurde (Wikipedia, NBC Sports).
Auch bei den Rekordzeiten hat Berlin Geschichte geschrieben: Eliud Kipchoge lief hier 2022 mit 2:01:09 Stunden die damals schnellste je gemessene Marathonzeit (BMW Group Pressemitteilung). Die aktuellen Weltrekorde stehen inzwischen allerdings nicht mehr in Berlin: Sabastian Sawe unterbot im April 2026 beim London-Marathon als Erster überhaupt die Zwei-Stunden-Marke, mit 1:59:30 (World Athletics), bei den Frauen hält Ruth Chepng'etich mit 2:09:56 aus Chicago 2024 die Bestzeit. Berlins Ruf als schnellste Strecke der sechs Majors bleibt davon unberührt – nur die aktuellen Bestmarken liegen derzeit eben anderswo.
Wie bei allen Abbott World Marathon Majors läuft die Vergabe der Startplätze über ein Losverfahren (BMW Berlin-Marathon offizielle Website). Für die Ausgabe 2026 war die Anmeldung vom 25. September bis 6. November 2025 möglich, die Ergebnisse kamen am 27. November 2025 per E-Mail. Wer diese Frist verpasst hat, ist für 2026 nicht automatisch raus: Charity-Programme und offizielle Reiseveranstalter bieten weiterhin garantierte Startplätze an, meist im Paket mit Unterkunft. Läuferinnen und Läufer mit einer entsprechenden Qualifikationszeit können sich außerdem als „Fast Runner" bewerben – eine Garantie ist das allerdings nicht, die Plätze werden erst nach Prüfung der Nachweise Ende November vergeben.
Wie gut die Chancen im regulären Losverfahren stehen, schwankt von Jahr zu Jahr. Schätzungen gehen von rund 100.000 Bewerbungen für etwa 35.000 bis 40.000 Plätze aus, also ungefähr eine Chance von eins zu drei (LottoRuns). Wer jetzt schon an 2027 denkt: Die nächste Verlosung öffnet für gewöhnlich im Herbst des Vorjahres.
Über Streckenrekorde und Losglück wird viel geschrieben – ein praktisches Problem taucht in den meisten Guides dagegen kaum auf: Ein großer Teil der Teilnehmenden reist von außerhalb Berlins an, oft aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land. Genau in den Wochen vor dem Marathon, in denen die langen Läufe am wichtigsten wären, laufen viele davon allein – schlicht, weil am Wohnort niemand das gleiche Tempo oder die gleiche Distanz im Kalender hat. Das ist kein Detail am Rand: Die letzten 30-Kilometer-Läufe im Trainingsplan sind mental oft die härteste Hürde vor dem Rennen, und sie lassen sich zu zweit oder in der Gruppe deutlich leichter durchstehen als allein.
Das gilt auch für den Tag vor dem Rennen selbst: Ein lockerer Shakeout-Run mit anderen, die ebenfalls am Start stehen, ist für viele Erstteilnehmende der Moment, in dem die Nervosität nachlässt. Wer sich frühzeitig einer lokalen Laufgruppe anschließt – am Wohnort für die Vorbereitung, oder in Berlin selbst für die letzten Tage vor dem Start – tauscht Ratschläge, Pace-Gefühl und ein bisschen Nervosität gegen echte Unterstützung.
Auch als Zuschauer lohnt sich Planung. Der Potsdamer Platz zwischen Kilometer 38 und 39 gilt als einer der stimmungsvollsten Punkte der Strecke – hier ist schon Livemusik zu hören, die ersten Läuferinnen und Läufer werden gegen 11 Uhr erwartet (Potsdamer Platz). Der Kurfürstendamm ist als breiter Boulevard ebenfalls gut geeignet, um nah an der Strecke zu stehen, ohne von der Menge erdrückt zu werden. Wer mehrmals anfeuern möchte, plant die Route am besten vorab mit der BVG-App und nutzt die offizielle Marathon-App, um die Zielzeit an den einzelnen Streckenpunkten abzuschätzen.
Wer sich fürs Rennen 2026 selbst anmelden will, in Berlin lauftechnisch ankommen oder einfach mit anderen aus der Region ins Training starten möchte, findet über die Übersicht für Berlin lokale Laufgruppen – und über die allgemeine Übersicht Anschluss in praktisch jeder anderen Stadt, in der die Vorbereitung beginnt.